PhiliZS #1 Platons Seelenbegriff

Philosophie spielt in meinem Leben eine große Rolle. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, unter der Rubrik PhiliZS – philosophische Zwischenspiele in unregelmäßigen Abständen philosophische Beiträge auf meinem Blog zu veröffentlichen.

Auch im “Seelenläufer” sind philosophische Ansätze zu finden. So muss sich Zoya zu Beginn ihres Studiums mit der Seelentheorie Platons auseinandersetzen, wovon sie nicht gerade begeistert ist. Grund genug, sich diese Theorie einmal genauer anzusehen.

“[D]ass dem Göttlichen Unsterblichen, Vernünftigen, Eingestaltigen, Unauflöslichen  … am ähnlichstes die Seele ist.” (aus: Phaidon)

Platon geht nicht nur von einer strikten Trennung von Körper und Seele aus (Leib-Seele-Dualismus), sondern trennt auch die Welt in eine irdische (körperliche) Welt und einer Welt der Ideen. Die Besonderheit dieser strikten Trennung liegt darin, dass nur im Reich der Ideen die wahren, ewigen und unveränderlichen Wesenheiten – die Urbilder der Realität – zu finden sind, etwa die Idee des Guten, die als Ausgangspunkt aller Ideen gilt. Die Welt des Körperlichen stellt Platon hingegen als Reich der Schatten und undeutlichen Abbilder dar (z. B. im Höhlengleichnis). Hier sind keine wahren Erkenntnisse zu finden, alles ist Schein, ein verzerrtes Spiegelbild des Wirklichen.

Die Seele des Menschen stellt nun den einzigen Bezugspunkt zur Ideenwelt dar. Sie ist der unsterbliche Teil des Menschen. Aus dem Reich der Ideen kommend, fühlt sie sich im Körper des Menschen eingesperrt. Doch braucht der Mensch die Seele, um überhaupt zu Erkenntnis kommen zu können, denn nur durch die Erinnerung der Seele an die Urbilder im Reich der Ideen ist dies möglich. Wissen ist demnach für Platon kein Prozess des Denkens oder Erkennens, sondern lediglich ein Zurückerinnern. Das einzige Ziel des irdischen Lebens kann es daher nur sein, jenen unsterblichen Teil aus seiner Gefangenschaft zu befreien und in seinen Urzustand – also ins Reich der Ideen – zurückzuführen. Dies gelingt dem Menschen nur durch eine Regentschaft der Vernunft

Platon gliedert die Seele in drei Teile: dem eigentlich Göttlichen (der Ort der Vernunft), dem Edleren (Mut) und dem Niederen (Begierde). Die Vernunft hat nun gleich eines Wagenlenkers dem Mut und der Begierde Einhalt zu gebieten. Der Lohn für eine vernünftige Lebensführung ist am Ende der Aufstieg der Seele ins Reich der Ideen.

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