#Lesetipp: Maja Lunde – Die Geschichte der Bienen

Ja es gibt sie noch: Wildbienen. Erst neulich hat eine die Waden meines Mannes gekostet, die anderen haben sich jetzt das dritte Jahr in den Rahmen unseres Fensters eingenistet. Doch auch wir merken, dass es Jahr für Jahr weniger werden. Dass die Bienen zum Überleben wichtig sind, weiß man spätestens nach den Berichten über die EU-Verordnung zu Düngemitteln. Das Szenario, was Maja Lunde in “die Geschichte der Bienen” aber beschreibt, ist ein Bild sondergleichen, eine Dystopie die durchaus Realität werden könnte.

Erzählt wird die Geschichte dreier Familien, deren Schicksale eng mit dem Leben der Bienen verwoben sind: William, George und Tao.

William ist ein Idealist, der seine Träume an der Universität verwirklichen will, sich jedoch in einer Großfamilie verliert. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit einem Saatgut-Geschäft, aber eigentlich möchte er Forschungen an Bienen betreiben, doch das findet wenig Anklang bei seinem Professor und führt zudem seine Familie immer weizer in den finanziellen Ruin. Dabei kämpft William nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen seine Ideale an.

George ist Bienenzüchter in der dritten Generation. Er züchtet Biene mit Leidenschaft, verzichtet auf Massenproduktion und möchte, dass sein Sohn Tom das Geschäft einmal übernimmt. Seine Frau hat jedoch andere Pläne: Sie würde gerne das Geschäft aufgeben, auch weil Tom mehr Interesse an einem Studium hat als an den Bienen, sie selbst würde gerne nach Florida ziehen, um ihren Lebensabend genießen zu können. Gleichzeitig geht bei den Imkern die Furcht vor dem Massensterben der Bienen um.

Tao lebt im China von 2089. Sie bestäubt mit vielen anderen Arbeitern Blüten, denn es gibt keine Bienen mehr. Das ganze Land, ja die ganze Welt ist in einer Notsituation geraten, Nahrung ist knapp, Städte sind zerstört, es gibt viele kahle Landschaften. Mit viel Mühe werden die letzten Obstbäume bestäubt, um überhaupt Überleben zu können. Taos ganzer Stolz ist ihr Sohn Wei-Wen. Doch als dieser eines Tages an einer mysteriösen Krankheit leidet und er nach Peking ausgeflogen wird, setzt Tao alles daran, ihren Sohn wiederzufinden. Doch die Entdeckungen, die sie bei ihrer Suche macht, zeigen ein düsteres Bild von der Welt ohne Bienen.

Maja Lunde versteht auf eine sehr eindringliche aber auch gefühlvolle Weise, die Lage der einzelnen Schicksale miteinander zu verweben und sie für den Leser sehr greifbar zu machen. So entsteht ein emotionales Werk, was ganz nebenher auch noch über das Schicksal der Bienen informiert. Spätestens am Ende des Buches sollte jedem Leser gewahr sein, dass es so eine Welt nicht erleben möchte. Deshalb ist es umso wichtiger, den Bienen ein Zuhause zu geben, einen Raum, in dem sie sich entfalten können.

Wer weitere Infos über Bienen und ihren Schutz erhalten möchte, kann sich auf der extra dafür eingerichteten Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft umsehen.

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